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Montag hatte ist mir dieses Interview mit David Graeber mal wieder vor die Augen gekommen. Es wird viel zu wenig über Geld und seine Hintergründe gesprochen. Hier passiert es auf eine unterhaltsame Art. Eine weitere Empfehlung.



»Schulden treiben uns in die Sklaverei – David Graeber erklärt | Sternstunde Philosophie | SRF Kultur«

https://www.youtube.com/watch?v=F1i8HDOzlg8
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Ein Thema, was ich denke, viel zu wenig angesprochen und bedacht, sogar förmlich übersehen wird: Leistungslose Einkommen - ökonomische Renten. Ihre Ursachen und Lösungen.
Dabei ist dieses Thema das beste Beispiel dafür, dass die bestehende »Demokratie« nicht so funktioniert, wie sie sich viele Menschen vorstellen.

Ich verfolge seit einigen Tagen einen Dialog in meiner Nachbarschaft. Thema ist Demokratie. Die Argumente fliegen hin und her: Die Partei will dieses und die andere will jenes. Dann braucht man dafür Geld und dafür auch. Woher nehmen, ohne Steuern zu erhöhen und die »Reichen« zu schröpfen. Wahlen sind wichtig. »Wir« brauchen eine Volksabstimmung...Mehr Staat, weniger Staat ... usw.
Ich sehe viel guten Willen.

Auffällig ist dabei, dass ökonomische Ursachen aus der Debatte rausgehalten werden. Die Gesprächspartner gehen irgendwie davon aus, dass sich Politik durch Politik verändern lässt. Ohne die Wurzel von Problemen zu betrachten, wird man sich dauerhaft im Kreis bewegen. Im berühmten Hamsterrad. Das ist der Grund, warum ich bei politischen Diskursen lieber Beobachter bleibe.

Nun zum Artikel, den ich verlinken wollte:

Neue Rekordgewinne der Automobilbranche – Wer erwirtschaftet und bekommt sie? | Von Christian KreißWeiter lesen ... )
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Es gab Zeiten, da war vielen Menschen der Zusammenhang zwischen Grund und Boden und Vermögen noch klar. In einer Gesellschaft, die Vermögen belohnt und nicht die Leistung, müsste dies jeden Tag debattiert werden, wenn auch nur ein Hauch von Demokratie übrig wäre.

Ich will den 20.06.1926 (in Deutschland) nicht bewerten. Für eine Enteignung bin ich ebenfalls nicht zu begeistern. Vermutlich war dieses Datum trotzdem eine Warnung, dass die Herrschenden sich noch heute mit Volksabstimmungen auf nationaler Ebene schwer tun.

http://www.historische-eschborn.de/berichte/Hessen/Kaisertreu/Furstenenteignung/furstenenteignung.html

https://www.beirat-fuer-geschichte.de/fileadmin/pdf/band_20/Demokratische_Geschichte_Band_20_Essay_5.pdf
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»So wie auf der Wikipedia-Seite Geschichte des Geldes erklären uns volkswirtschaftliche Lehrbücher fast immer den Beginn der modernen Ökonomie, indem Menschen durch die Einführung von Geld die Tauschwirtschaft in einer arbeitsteiligen Gesellschaft wesentlich vereinfachten...

Bei kritischer Betrachtung offenbaren diese fantasievollen Geschichten von irgendwelchen Dörfern mit Tauschhandel allerdings mehr Fragen als Antworten.

Wo sollen diese Orte in der Welt räumlich und zeitlich angeordnet worden sein?

Die Standardwerke geben darauf keine sinnvollen Erwiderungen.

Wie hätte das alles funktionieren sollen? Wie hätte jemand auf die Idee verfallen können, in einer solchen Tauschwirtschaft ein Geschäft zu eröffnen? Wie wäre er an seine Waren gekommen? Wie hätte er all diese Tauschmittel lagern sollen und zur sofortigen Verwendung parat haben sollen?

Eine Menge Fragen, auf die die Wirtschaftswissenschaften keine Antworten haben...

Der Haken an dieser Geschichte ist allerdings der, dass niemand je dieses sagenhafte Land der Tauschwirtschaft gefunden hat, jedenfalls nicht in dem Sinne, wie es sich Adam Smith und sämtliche Lehrbücher nach ihm vorgestellt haben.

Wenn überhaupt, so hat dieses System offenbar nur in kleinen, überschaubaren Gruppen existiert und funktioniert.

Tatsächlich war eine Art Kreditsystem mit Geld als Recheneinheit stets dann anzutreffen, wenn Menschen sich in größere, anonyme Verbünde wie Staaten zusammenschlossen...«

http://www.joerglipinski.de/blog/der-mythos-von-der-tauschwirtschaft/
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Guernsey Pfund
[Bild via Wikimedia PD]


Eine der wichtigsten Voraussetzungen der Ökonomie ist die Knappheit. Man kann keinen Profit machen, wenn die Menschen nicht von Knappheit bedroht sind. Die Ökonomen meinen, dass Produktion und Verteilung über Angebot und Nachfrage organisiert werden müssen. Nachfrager sind jene Menschen, die Geld haben, um die Angebote zu kaufen. Wer kein Geld hat kann nicht nachfragen. (Geld ist »knapp«, obwohl es keinen Mangel an prägbaren Metallscheiben, bedruckbarem Papier oder Bits&Bytes gibt. Eine künstliche Knappheit.) Deshalb müssen heute noch immer Menschen verhungern, haben keinen Zugang zu Trinkwasser oder medizinischer Versorgung. Bedarfsdeckung ist kein Thema der Ökonomie. Gibt es für die Menschen so viele Güter wie Wasser im Meer oder Luft zum Atmen, geht der Profit in Richtung null. (Interessant ist auch, darüber nachzudenken, was passiert, wenn die Gesellschaft auf eine vollautomatisierte Produktionskette zurückgreifen könnte. Wie viel Profit ist dann noch zu machen? Wie wird die Verteilung organisiert?) Das gute Leben aller Menschen, mit dem bestmöglichen Lebensstandard, ist nicht das Ziel dieser Lehre und/oder dieser Gesellschaft. Einen menschlichen Kapitalismus gibt es nicht und das Sozialstaatsgeschwätz ist für die Katz. Darum gibt es keine ökonomisch Lösung für die Probleme der Gegenwart. Ganz gleich, was die Ökonomen, Politiker und Parteien erzählen, liegt es in der Natur der Ökonomie, dass immer neue Konfliktherde entstehen müssen. Die gesellschaftliche Umverteilung, bleibt immer ein Umverteilen. Sie hat mit »Gerechtigkeit« nichts zu tun und ist Teil der aktuellen Schwierigkeiten. Dahinter steckt die Idee des ständigen Kampfes jeder gegen jeden. Ein dauerhafter Krieg.

Weiter lesen ... )
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@Robbespiere
Mir und vielen anderen Menschen, sicher auch Dir, ist es wichtig, dass sich im Zusammenleben der menschlichen Gesellschaft etwas ändert. Ich meine damit auch ausdrücklich Veränderung und nicht Reformen. Das ist deswegen wichtig zu unterscheiden, weil sich völlig andere Fragestellungen ergeben. Wenn ich wirklich etwas ändern will, muss ich auch bereit sein, von Grund auf anders/neu zu denken. Du steckst mit Deinem Denken zu tief im bestehenden System. Das ist ein Dilemma. Ein Dilemma lässt sich aber weder auf der gleichen Ebene lösen, auf der es entstand, noch mit mit den gleichen Mitteln, die es verursachten. Um zu verdeutlichen, was ich meine:
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Warum Staat und Eigentum getrennt werden müssen - von Daniela Dahn

»… Das Gegenteil von Privateigentum ist nicht Staatseigentum, sondern Gemeineigentum. Ein im Grundgesetz als Option angebotener Begriff. Der Staat und seine Kommunen könnten in Rechtsträgerschaft, was im bürgerlichen Recht bisher nicht vorgesehen ist, große Teile des Gemeineigentums verwalten, wenn der Souverän die Kontrolle und das letzte Wort behält. Otto Bauer hat sich schon vor fast hundert Jahren einen paritätisch zusammengesetzten Verwaltungsrat als oberste wirtschaftliche Instanz vorgestellt. Doch ein Rechtsgefüge zum Gemeineigentum ist im Westen nie entwickelt worden.

Auch das Angebot des Grundgesetzes hat keine Partei aufgegriffen. Im Godesberger und Berliner Programm der SPD taucht der Begriff noch in verunklarender Weise auf. Im aktuellen Programm nicht mehr. Ebenso wenig wie im Grundsatzprogramm der Grünen. Dass auch die LINKE glaubt, in ihrem Programm die heiße Kartoffel Gemeineigentum zugunsten nebliger Umschreibungen fallenlassen zu können, ist ein besonderes Zeugnis von gedanklicher Drückebergerei…«

Quelle: danieladahn.de

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»Einen Zyniker erkennt man daran, dass er von jedem Ding den Preis, aber von keinem den Wert kennt.«
Oscar Wilde


Ein interessantes Gespräch.
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Eine Geschichte aus »Das Geld  der Zukunft« von Bernard Lietaer (https://archive.fo/TdMJE)

»Stellen Sie sich vor, ein Außerirdischer würde auf unserem Planeten landen. Für seine Landung hätte er sich ausgerechnet ein Armenviertel ausgesucht. Als erstes bekäme er heruntergekommene Häuser zu Gesicht, Menschen, die auf der Straße leben, hungrige Kinder, um die sich niemand kümmert, kranke Bäume, verschmutzte Flüsse, weitere ökologische Katastrophen und all die anderen Probleme, mit denen wir leben. Der Außerirdische würde entdecken, dass wir genau wissen, was man gegen die Probleme unternehmen kann. Er würde außerdem erkennen, dass viele Menschen gerne an der Beseitigung dieser Probleme arbeiten würden, einstweilen aber arbeitslos sind oder nur einen Teil ihrer Fähigkeiten nutzen. Schließlich würde der Außerirdische herausfinden, dass wir alle nur auf das Geld warten, das wir zur Lösung der Probleme brauchen. Jeder wartet auf das Geld.
Stellen Sie sich vor, der Außerirdische würde uns fragen, was denn dieses merkwürdige „Geld“ sei, auf das wir scheinbar alle warten. Könnten Sie ihm, ohne eine Miene zu verziehen sagen, dass wir auf „eine Vereinbarung in einer Gemeinschaft warten, etwas, eigentlich fast alles, als Tauschmittel zu verwenden“?
Und dann weiterhin warten?
Unser Außerirdischer könnte die Erde mit der Frage verlassen, ob es wirklich intelligente Lebensformen auf diesem Planeten gibt.«


»Der eigentliche Preis, den wir für unser Geld bezahlen, ist, dass es das Denken darüber einengt, was möglich ist – Geld baut unserer Vorstellungskraft ein Gefängnis.« (Edgar Cahn, Erfinder des „Time Banking“)
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Einfach sehenswert!



Sacred Economics - Das Buch online in deutscher Sprache:

http://sacred-economics.com/read-online/

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Zitat:

»... Jahrtausende lang hatten sich die Banken den Zustand der Unschuld bewahrt. Mindestens seit Babylon waren sie Wechselstuben und Zinsleihanstalten, die mit staatlich in Umlauf gebrachten, kontrollierten Währungen arbeiteten und meist nur über ein bescheidenes Eigenkapital verfügten.Vor drei- bis vierhundert Jahren traten dann zwei grundlegende Änderungen ein. Anfang des 17. Jahrhunderts wurden die Geldinstitute zu Depositenbanken, und am Ende desselben Jahrhunderts zu Zettel- oder Notenbanken. Die Bank­note, die heute das alltäglichste Zahlungsmittel darstellt, wurde von der 1694 gegründeten Bank von England ‚erfunden'. Von England aus trat sie im 19. Jahrhundert – also dem der Industrialisierung – ihren Siegeszug über die ganze Welt an. Schon 1682 hatte William Petty, einer der bedeutendsten ökonomischen Denker jener Zeit, in seiner Schrift ‚Quantulumcunque Concerning Money' auf die Frage "Welches Heilmittel gibt es, wenn wir zuwenig Geld haben?" geschrieben: "Wir müssen eine Bank gründen, die, recht geschätzt, die Wirkung unseres ge­münzten Geldes fast verdoppeln wird. Und wir haben in England Material für eine Bank, welche eine genügende Goldmenge bereitstellen wird, um den ganzen Welthandel zu finanzieren."

Im Jahre 1694 war die Regierung von König William III. von England in großer Geldverlegenheit. Eine Reihe von finanzstarken Gläubigern unter der Leitung des Schotten William Patterson streckten nun dem Staat die Summe von 1,2 Millionen Pfund gegen 8 Prozent Zinsen vor, unter der Bedingung daß der ‚Gouverneur und die Gesellschaft der Bank von England', wie sie sich nannten, das Recht erhalten sollte, Banknoten bis zur vollen Höhe ihres Kapitals auszugeben. Die Bank erhielt damit das Recht, 1,2 Millionen englische Pfund in Gold und Silber einzunehmen und es in 2,4 Millionen Pfund in Noten zu konvertieren. Die Hälfte davon, also 1,2 Millionen (das Gold und Silber) wurden an die Regierung verliehen, die restlichen 1,2 Millionen in Banknoten konnten sie selbst benutzen. Patterson gab offen zu, daß sie das bemerkenswerte Privileg erhalten hatten, Geld zu machen...«


Quelle: Das Geld regiert die Welt
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»Deutlich wird das etwa am Beispiel Italien, wo die beiden Italiener Guglielmo Barone und Sauro Mocetti zur Vererbung von Reichtum geforscht haben. Die wohlhabendsten Familien von heute haben dort allesamt Vorfahren, die bereits vor 600 Jahren zu den reichsten Familien gehörten. Sie untersuchten im Auftrag der Banca D‘Italia den Reichtum in der Stadt Florenz seit dem Jahr 1427.  Denn seit damals wurden in der ehemaligen Wirtschaftsmacht die Steuern akribisch aufgezeichnet. Und sie kamen zu dem bemerkenswerten Ergebnis:„Die Spitzenverdiener von heute standen bereits vor sechs Jahrhunderten an der Spitze der sozioökonomischen Leiter.“

Die beiden Wissenschaftler haben für ihre Studie Steuerarchive durchforstet und dabei herausgefunden, dass die reichsten fünf Familien aus dem Jahr 1427 auch heute noch die reichsten fünf Familien sind. Aber nicht nur die Spitze der Pyramide ist gleichgeblieben. Wer damals im oberen Drittel stand, ist auch heute mit ziemlicher Sicherheit dort anzutreffen.

Und Ebenso gilt: einkommensschwache Familien von damals haben mit einer großen Wahrscheinlichkeit auch heute noch denselben Status. Weder die industrielle Revolution, die Einführung der allgemeinen Schulpflicht noch der Ausbau des Sozialstaates hätten daran viel geändert.«

Hier geht es weiter:
https://kontrast-blog.at/reich-wird-man-nicht-reich-bleibt-man/

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