»So wie auf der Wikipedia-Seite Geschichte des Geldes erklären uns volkswirtschaftliche Lehrbücher fast immer den Beginn der modernen Ökonomie, indem Menschen durch die Einführung von Geld die Tauschwirtschaft in einer arbeitsteiligen Gesellschaft wesentlich vereinfachten...
Bei kritischer Betrachtung offenbaren diese fantasievollen Geschichten von irgendwelchen Dörfern mit Tauschhandel allerdings mehr Fragen als Antworten.
Wo sollen diese Orte in der Welt räumlich und zeitlich angeordnet worden sein?
Die Standardwerke geben darauf keine sinnvollen Erwiderungen.
Wie hätte das alles funktionieren sollen? Wie hätte jemand auf die Idee verfallen können, in einer solchen Tauschwirtschaft ein Geschäft zu eröffnen? Wie wäre er an seine Waren gekommen? Wie hätte er all diese Tauschmittel lagern sollen und zur sofortigen Verwendung parat haben sollen?
Eine Menge Fragen, auf die die Wirtschaftswissenschaften keine Antworten haben...
Der Haken an dieser Geschichte ist allerdings der, dass niemand je dieses sagenhafte Land der Tauschwirtschaft gefunden hat, jedenfalls nicht in dem Sinne, wie es sich Adam Smith und sämtliche Lehrbücher nach ihm vorgestellt haben.
Wenn überhaupt, so hat dieses System offenbar nur in kleinen, überschaubaren Gruppen existiert und funktioniert.
Tatsächlich war eine Art Kreditsystem mit Geld als Recheneinheit stets dann anzutreffen, wenn Menschen sich in größere, anonyme Verbünde wie Staaten zusammenschlossen...«
http://www.joerglipinski.de/blog/der-mythos-von-der-tauschwirtschaft/